auch den garten von gethsemane, diesen Ort
meines triumphes werde ich zerstören. Wir
brauchen neue gärten und neue verräter, ohne
silberlinge.

meine auferstehung ist eine zärtliche und
radikale annäherung an den menschen,
ohne tiara, ohne purpur.

ich brauche citoyens, die nicht auf das
gesetz achten, aber tadellos kämpfen für
die gerechtigkeit.

bis unser verlangen jedem klar ist:
keine paläste mehr, keine hütten,
ein licht für alle.

und dieses unbesiegbare licht werde ich sein,
jesus von nazareth, sohn einfacher leute.

SAID

In: ich jesus von nazareth, © Echter Verlag Würzburg, 2018, S. 17-18.
SAID, 1947 in Teheran geboren, hat mit 17 Jahren seine Heimat verlassen. Seit 1965 lebt er in München. Sein literarisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und der Goethe-Medaille. Von Mai 2000 bis Mitte 2002 war er Präsident des deutschen PEN-Zentrums.